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Abschied von der Cola - KJR-Freizeitstätten natürlich²-zertifiziert, München

Abschied von der Cola

KJR-Freizeitstätten natürlich²-zertifiziert - München

Keine Cola mehr, keine Fanta, kein Spezi für die Jugendlichen im Haderner Treffpunkt pfiffTEEN war das zunächst undenkbar. „Vor allem am Spezi haben sie festgehalten, das durften wir lange nicht aus unserem Thekenverkauf neh- men“, berichtet die pfiffTEEN-Leiterin Ibo Hermann. 

Sie und ihr Team hatten sich vorgenommen, am Programm „natürlich2 - verantwortungsvoll und lecker“ teilzunehmen. Dahinter stehen die Standards, die der KJR für ein dauerhaft nachhaltiges Essens- und Getränkeangebot in seinen Freizeitstätten entwickelt hat.

Auch Heimanns Kolleginnen und Kollegen aus dem benachbarten Kinderhaus Wolkerweg sowie aus dem Jugendtreff Neuhausen und dem 2Club in Thalkirchen haben ihre Häuser im vergangenen Jahr auf nachhaltige Getränke und Nahrungsmittel umgestellt und damit die KJR-Nachhaltigkeitsstrategie in Sachen Ernährung erfolgreich umgesetzt. Jetzt wurden die vier Freizeitstätten mit dem KJR-eigenen natürlich2-Zertifikat ausgezeichnet. Ab sofort dürfen sie ihr kulinarisches Angebot als „verantwortungsvoll und lecker“ bezeichnen.

So eine Umstellung geht nicht über die Köpfe der betroffenen Kinder und Jugendlichen hinweg. Denn sie betrifft nicht nur das Snack- und Thekenangebot in den Freizeitstätten, sondern alle Nahrungsmittel, die dort auf den Tisch kommen. Also auch, wenn Kinder und Jugendliche gemeinsam kochen.

20 verschiedene Getränke getestet

Im pfiffTEEN hatten die Jugendlichen daher die Qual der Wahl. 20 verschiedene, nachhaltig hergestellte Getränke konnten sie testen. „Zunächst hat die Bio-Limonade das Rennen gemacht, die das schickste Design hatte, inzwischen hat jedoch der Geschmack gesiegt“, berichtet Heimann lächelnd. „Wir haben jetzt das gesamte Thekenangebot inklusive der Spezi erfolgreich auf Bio umgestellt.

Neben den Getränken und Snacks im Thekenverkauf kommen jetzt nur noch tierische Produkte (Eier, Milchprodukte, Fleisch, Wurst), Trockenwaren (Nudeln, Reis, Mehl, sonstiges Getreide, Konserven) sowie Öle und Fette zum Einsatz, die zu 100 % biologisch hergestellt sind. Außerdem achten die natürlich2-Freizeitstätten darauf, dass sie ausschließlich fair gehandelten Kaffee, MSC-zertifizierten Fisch sowie regionales und saisonales Obst und Gemüse verwenden, das nach Möglichkeit auch ein anerkanntes Bio-Siegel trägt.

Dieses Engagement des KJR in Sachen Nachhaltigkeit wird auch in Fachkrei- sen anerkannt. So hat der deutsche Nachhaltigkeitsrat das Projekt „natürlich2 - verantwortungsvoll und lecker“ im vergangenen Jahr mit dem Qualitätssiegel „Werkstatt N-Projekt 2015“ ausgezeichnet.

„Mit ‚natürlich2’ wollen wir den Kindern und Jugendlichen unserer Einrichtungen ein gesundes Essensangebot anbieten“, sagt Verena Jörg, Nachhaltigkeitsbeauftragte des KJR. „Als großer Träger von Kinder- und Jugendeinrichtungen sehen wir es als unsere Verpflichtung, einen zukunftsfähigen und nachhaltigen Lebensstil vorzuleben.“

Mit diesen vier Freizeitstätten sind nun bereits 13 Einrichtungen natürlich2- zertifiziert und auch derzeit durchlaufen wieder fünf Einrichtungen den Zertifizierungsprozess. Jedes Jahr sollen vier bis acht weitere Häuser dazukommen und ihr Angebot umstellen. 

Hintergrund

Seit Jahren setzt der KJR vielfältige Maßnahmen um, die das Ziel einer nach- haltigen Entwicklung verfolgen. Im Jahr 2012 wurde die Nachhaltigkeitsstrategie verabschiedet, an der sowohl die pädagogische Arbeit sowie sämtliche Betriebsabläufe ausgerichtet werden.

Das Programm natürlich2 läuft seit 2014. Erklärtes Ziel ist es, alle Freizeitstät- ten des KJR für diese nachhaltigen Standards im Bereich Essens- und Getränkeangebot zu zertifizieren.

Zudem sind mehr als ein Drittel nämlich 19 der 49 KJR-Freizeitstätten sowie die KJR-Geschäftsstelle in der Paul-Heyse-Straße bereits ÖKOPROFIT- zertifiziert, weitere werden folgen. Sie alle wirtschaften umweltfreundlich und sparen dabei sowohl Ressourcen als auch Geld.

Einige Freizeitstätten nehmen am Programm fifty/fifty teil. Sie sparen Strom, Heizenergie und Wasser und bekommen als Anreiz die eingesparten Energiekosten zu 50 Prozent ausbezahlt. Damit können die Häuser zusätzliche Spielmaterialien oder Freizeitangebote finanzieren.

Für Kinder und Jugendliche finden regelmäßig Aktionstage statt, so zum Bei- spiel am 11. Juni zum Thema Entschleunigung und Suffizienz: „Was brauche ich für ein gutes Leben?“. Am Abenteuerspielplatz Maulwurfshausen lernen Kinder spielend, sorgsam mit Ressourcen umzugehen. Auf dem Programm steht unter anderem „Aus alt mach neu“ mit Müll-Upcycling, Klamotten pimpen oder Spielzeug basteln. Auch dabei eine Tauschparty für Kleidung, Bücher, Spielzeug und anderes sowie eine „Schnibbelparty“, also Kochen mit vor dem Wegwerfen geretteten Lebensmitteln.

Auch Fortbildungen im Bereich BNE (Bildung für Nachhaltige Entwicklung) ge- hören zum KJR-Weiterbildungsangebot.

Mehr unter www.kjr-m.de/nachhaltigkeit 

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