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Gitarrenunterricht für Kinder

Von Johannes Egger - Gitarrenlehrer in München

Wann ein Schüler genau mit dem Instrumentalunterricht beginnen soll, ist sehr schwierig zu verallgemeinern. Es ist nicht nur von Schüler zu Schüler unterschiedlich, sondern auch von der Unterrichtsgestaltung des Lehrers abhängig. Dass aber an manchen Musikschulen der Gitarrenunterricht erst ab 8 Jahren angeboten wird, ist sehr schade! Viele Kinder wissen bereits viel früher, welches Instrument sie gerne spielen möchten.

 Wie beim Erlernen eines Streichinstruments ist es grundsätzlich möglich, dass Kinder mit 4 Jahren ihren ersten Gitarrenunterricht erhalten. Das sollte man einfach ausprobieren. Nach einer Probestunde können Kinder oft selber schon sehr gut sagen, ob sie mit dem Unterricht beginnen wollen oder nicht. Die wichtigste Voraussetzung dafür ist das Interesse am Instrument und die Motivation etwas zu lernen. Ein viel größerer Teil der Kinder, als man auf Anhieb denkt, lernt mit Leichtigkeit, ohne Anstrengung  und hat auch mit dem Notenlesen keinerlei Probleme, obwohl die jungen Gitarristen noch nicht in die Schule gehen und noch keinen Leseunterricht haben.

Für den Instrumentallehrer ist es leichter, Schüler zu unterrichten, die die Unterrichtssituation von der Schule her kennen. Diese können sich in der Regel besser konzentrieren und lernen routinierter. Kinder im Vorschulalter gehen aber mit sehr viel Neugierde an ein Instrument. Das Lernen erfolgt spielerisch, ohne dass das Kind es merkt. Nicht immer ist es möglich, dass sich die Kleinen über 30 Minuten hinweg voll konzentrieren können. Da können zwischendurch zum Beispiel Rhythmusübungen ohne Instrument für die nötige Abwechslung sorgen.

Um die Motivation aufrecht zu erhalten sind regelmäßige Erfolgserlebnisse wichtig, bei den Kleinen ebenso wie bei den Großen. Dabei kann es sich um Stücke handeln, die die Schüler gerne spielen oder um ein kleines Konzert vor Publikum. Auch Wettbewerbe  können die Kinder motivieren. Wenn Sie zu den Preisträgern gehören und merken, dass sie etwas besonders gut können, kann das die Beziehung zum Instrument enorm prägen. Für die Kinder, die sehr früh mit dem Instrumentalunterricht beginnen, ist eine erfolgreiche Teilnahme zum Beispiel bei „Jugend Musiziert“ viel einfacher. Schüler, die möglicherweise ebenso talentiert sind, aber später mit dem Instrumentalunterricht beginnen, müssen sich in ihrer Altersgruppe aber mit Schülern messen, die unter Umständen schon viel länger Unterricht haben.

Um unnötige Schwierigkeiten beim Greifen oder bei der Haltung der Gitarre zu vermeiden, ist es wichtig, dass die Kinder eine Gitarre haben, die von der Größe zu ihnen passt. Für kleinere Schüler gibt es ½ Gitarren und sogar ¼ Gitarren. Mit Hilfe eines Kapodasters können zudem die Abstände zwischen den Bundstäbchen verkürzt werden.

Der Einzelunterricht ist am Anfang meines Erachtens unabdingbar! Gerade bei Anfängern ist es wichtig, Tempo und Lerninhalt an den Schüler anzupassen. Folglich sieht der Unterricht bei jedem Schüler anders aus. Individualisierter Unterricht bedeutet nicht, dass die Eltern nicht zuschauen dürfen – im Gegenteil! Gerade bei den ersten Stunden ist es wichtig, dass die Eltern mit dabei sind. Zwei Personen merken sich mehr als eine. Außerdem nehmen die Eltern als Zuschauer Dinge wie die Haltung der Gitarre und Hinweise des Lehrers anders wahr. Gemeinsam fällt auch das Wiederholen zu Hause viel leichter.

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