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Anastasia Reiber

Instrumente erlernen

Angebote und Tipps rund um das Thema

Expertenbeitrag von Anastasia Reiber, Gründerin und Leiterin von mini.musik - Große Musik für kleine Menschen e.V.

Im Privatunterricht oder in der Musikschule?
Für welche Einrichtung soll ich mich als Elternteil aber nun entscheiden? Habe ich die Qual der Wahl oder gibt es Kriterien, die ich als Entscheidungshilfe in Betracht ziehen kann? Ja, die gibt es. Wie auch bei Fitness-Studios sollte man einige Studio interne Details unter die Lupe nehmen, bevor man sich bindet.


Das Wichtigste ist, einen guten Instrumentallehrer zu finden, der nicht nur einseitig nach einer festgelegten Methode unterrichtet, sondern aufgeschlossen für verschiedene Musikrichtungen ist. Er spürt, was dem Kind gut tut, er kann die Kinder motivieren und für das Instrument begeistern und er ist bereit, jedes Kind individuell nach seinen Fähigkeiten musikalisch zu fördern.

Wie findet man aber nun den „idealen“ Lehrer?
Empfehlungen anderer beachten
Was für Technikprodukte, Autos oder auch Hotels gilt: Hilfreich ist immer, sich vor der finalen Entscheidung für eine Musikschule und/ oder einen Musiklehrer sich umzuhören und persönliche Empfehlungen einzuholen.

Unterricht selbst kennen lernen

Anfangs ist es auch sinnvoll, wenn ich als Elternteil beim Unterricht bleibe und intensiv zuhöre, um mir ein eigenes Bild des Lehrers und seiner Lehrmethoden zu verschaffen. Haben Sie das Gefühl, der Lehrer vermittelt Ihrem Kind neben fachlichem Können auch Freude an der Musik?

Zeit nehmen für die Lehrer-Suche

Sie kaufen auch nicht von heute auf morgen ein neues Auto. Das gleiche gilt für den Instrumentenunterricht Ihres Kindes. Brechen Sie nichts übers Knie. Denn haben Sie eine falsche Entscheidung getroffen, kann diese entscheidend sein, ob Ihr Kind auch weiterhin Lust an der Musik verspürt. Nehmen Sie sich also Zeit für die Suche nach einem Lehrer und fangen Sie damit nicht im letzten Moment an; z.B. kurz vor Schuljahresbeginn, wenn Sie und Ihr Kind eigentlich andere Dinge im Kopf haben.

Probestunden wahrnehmen

Vereinbaren Sie am besten am Ende des Schuljahres eine oder mehrere Probestunden. Diese sind meistens kostenlos.

Schülerkonzerte des Lehrers besuchen

Einen weiteren Einblick in das Können des Lehrers vermitteln seine Schülerkonzerte. Sagen Sie ihm, dass sie diese gerne besuchen möchten. Denn: Die Ergebnisse der Lehrerarbeit sieht man am besten an den musikalischen Vorträgen seiner Schüler.

Was passt besser zu meinem Kind? Privatunterricht oder Musikschule?

Ich kann Ihnen nicht raten, was besser ist, ein Privatmusiklehrer oder ein Instrumentenlehrer an einer Musikschule. Das hängt vom Charakter Ihres Kindes ab und von Ihrem Geldbeutel.
Ist Ihr Kind eher schüchtern und braucht sein Zuhause, um sich wohl zu fühlen? Dann ist ein Einzelunterricht in heimischer Umgebung sicher sinnvoll. Bei der Gestaltung des Unterrichtsvertrags sind Privatmusiklehrer auch flexibler, da sie an keine Institution gebunden sind. Als Privatschüler hat Ihr Kind bei verpassten Unterrichtsstunden durch Krankheit oder Urlaub zudem die Möglichkeit, seine vereinbarte Musikstunde nachzuholen. Die Nähe des Musiklehrers zu Ihrer eigenen Wohnung erleichtert auch oft die Organisation. Pädagogisch und künstlerisch qualifizierte Privatmusiklehrer, die in Ihrer Gegend unterrichten, vermittelt der Deutsche Tonkünstlerverband (DTKV).
Eine Sing- und Musikschule kann dagegen durch das Zusammenwirken der Lehrkräfte Kinder in einer besonderen Art fördern: Neben Einzelunterricht wird an den Musikschulen vielfach auch Gruppenunterricht erteilt, der in der Regel kostengünstiger ist. Oft unterhalten die Musikschulen eigene Musikgruppen wie Bands, Ensembles und Orchester, in denen Schülerinnen und Schüler gemeinsam musizieren. Hier steht der partnerschaftliche Umgang im Vordergrund.
So erwerben die Schüler neben musikalischen Fähigkeiten auch soziale Kompetenz: Sie lernen aufeinander zu hören, miteinander zu atmen, aufeinander Rücksicht zu nehmen, zu Führen oder sich zurückzunehmen.


Welche Entscheidungskriterien gibt es für private oder städtische Musikschulen?

Eine Musikschule ist eine meist öffentlich-rechtliche Einrichtung von Städten und Gemeinden. Durch Zuschüsse sind die Kosten für den Unterricht oft niedriger als bei privaten Musiklehrern. Unterrichtet wird an den Musikschulen meist durch diplomierte Musiklehrer, die ihr Instrument an einer Musikhochschule erlernt haben.
In München ist das die Städtische Musikschule. Sie besteht seit 1830 und zählt zu den ältesten und größten Musikschulen Deutschlands. Die Zentrale ist in der Blumenstr. 28a, 80331 München, ihre Zweigstellen befinden sich in allen Münchner Stadtbezirken, so hat Ihr Kind auch keinen zu weiten Weg zum Musikunterricht.
Nachteil
: Es ist nicht immer einfach, einen Platz an der Musikschule zu bekommen; Sie sollten also Wartezeiten einplanen. Die Wahl des Musiklehrers bleibt auch meist nicht Ihnen überlassen; Sie bekommen einen freien zugeteilt. Das Einstiegsalter ist zudem vorgegeben: Der Instrumentalunterricht beginnt mit 7-8 Jahren. Davor sollte ein Kind den Kurs „Musikalische Früherzieheng“ absolviert haben.
Vorteile der städtischen Musikschulen: Sie bieten deutschlandweit gleiche Qualitätsstandards für Sing- und Musikunterricht. Sie gehören dem Verband deutscher Musikschulen e.V. (VdM) an, der Richtlinien und Rahmenlehrplänen sowie einen gemeinsamen Strukturplan verabschiedet hat, an den sich die Schulen zu halten haben.
Im Landkreis, sowie auch in ganz Bayern findet man eine VdM-Musikschule über den Verband Bayerischer Sing- und Musikschulen.

Natürlich gibt es auch private Musikschulen. Sie bieten entweder ein gleichwertiges Angebot wie die kommunalen Musikschulen oder ein Angebot, das auf einen bestimmten Bereich der Musikbildung beschränkt ist. Die privaten Einrichtungen finden Sie im Internet oder den Gelben Seiten meist unter „Musikinstitut“, „Musikzentrum“ etc. Warum? Der Begriff „Musikschule“ ist in Bayern gesetzlich geschützt und darf nur von Musikschulen im Verband deutscher Musikschulen e.V. oder einigen privaten Musikschulen im Bundesverband Deutscher Privatmuskischulen e.V. geführt werden.
Empfehlen
kann ich Ihnen die private Musikschule „Ohrwurm“. Sie hat den Vorteil, dass Kinder neben klassischer Musik auch andere Musikstile wie Rock, Funk, Jazz, Pop oder Latin erlernen können.

Durchaus empfehlenswert sind auch die folgenden privaten Musikeinrichtungen:

Alles schön und gut, aber Ihnen fehlt die Zeit, Ihr Kind zur Musikschule oder zum Musikunterricht zu fahren? Dann erkundigen Sie sich bei „Pianomobil“ nach einer gut ausgebildeten Lehrkraft. Sie kommt zu Ihnen ins Haus und vermittelt Ihrem Kind professionellen Klavierunterricht. Das Angebot ist – wie der Name schon sagt – auf das Tasteninstrument beschränkt.

Sie sehen, München bietet eine Bandbreite an Möglichkeiten, Ihr Kind musikalisch zu schulen. Jetzt liegt es an Ihnen und dem Charakter Ihres Kindes, für welche Art von Musikunterricht Sie sich entscheiden.

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