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Jugend und Werte -

Jugend und Werte

SINUS-Studie 2016

„Die Jugend von heute hat schlechte Manieren, hat keinen Respekt, widersetzt sich ihren Eltern und hat überhaupt keine Werte mehr.“ So oder so ähnlich hört man immer wieder Erwachsene über Jugendliche reden. Aber das Interessante daran: Die Kritik ist quasi so alt wie die Menschheit. Schon Sokrates soll vor über 2.000 Jahren etwas Ähnliches gesagt haben. Tatsächlich ändern und verschieben sich lediglich die Werte von Generation zu Generation.

Neue Werte – alte Werte

Verschiedene Studien belegen das: von Wertevakuum oder Werteverfall keine Spur. Im Gegenteil: Die Jugend von heute besinnt sich auf altbekannte Werte. Familie, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe sind sehr wichtig für die Jugendlichen – das brachte z. B. die SINUS-Jugendstudie 2016 ans Licht. Eine weitere Erkenntnis: Der Großteil der Jugendlichen will so sein wie alle – zumindest was Klamotten oder Musik angeht. Mainstream lautet das Stichwort.

Weil aber eine Verallgemeinerung den Jugendlichen nicht gerecht werden kann, wurden sie in der SINUS-Studie in unterschiedliche Gruppen eingeteilt, die verschiedene Lebenswelten abbilden.


Die Ergebnisse der SINUS-Studie:

Die konservativ-bürgerliche Jugend

  • st bodenständig und mehr heimat- und familienorientiert. Sie hat ein besonderes Bewusstsein für Tradition und Verantwortung.

Die prekäre Jugend

  • ist bemüht um Orientierung. Ihre Startvoraussetzungen sind schwierig, aber siehat einen großen Willen.

Die materialistisch-hedonistische Jugend

  • In dieser Gruppe sind die Konsumwünsche sehr ausgeprägt. Die materialistisch- hedonistischen Jugendlichen sind eher freizeit- und familienorientiert und stammen meist aus der Unterschicht.

Die experimentalistisch-hedonistische Jugend

  • ist mehr interessiert an Spaß und Szene und lebt im Hier und Jetzt. 
Die sozialökologische Jugend

  • Die Jugendlichen in dieser Gruppe sind orientiert an Nachhaltigkeit und Gemeinwohl. Sie haben eine sozialkritische Grundhaltung und sind offen für alle Lebensentwürfe.


Die expeditive Jugend

  • ist auf der Suche nach neuen Grenzen und besonderen Erfahrungen. Diese Jugendlichen sind interessiert an Erfolg und Lifestyle.


Die adaptiv-pragmatische Jugend

  • ist leistungs- sowie familienorientiert. Die moderne Mainstream-Gruppe ist besonders bereit, sich anzupassen.

Letztere Gruppe ist wohl die vorherrschende in der Generation Jugend 2016 laut SINUS-Studie. Diese Jugendlichen wollen ihren Platz finden in der Gesellschaft und ihren persönlichen Teil dazu beitragen. Sie setzen sich Ziele, die sie konsequent verfolgen, und dazu treffen sie sinnvolle Entscheidungen. 

Die Shell-Jugendstudie „Generation im Aufbruch“ (2015) unterstützt die Aussagen der SINUS-Studie. So wurde auch hier resümiert, dass die Jugendlichen heutzutage anpassungsfähig seien und nach Sicherheit und Idealismus streben. Was auffällt: Die Werte, die den Jugendlichen wichtig sind, sind zum Teil gegensätzlich. Weshalb sie sich aber nicht ausschließen. So wünschen sie sich feste, soziale Beziehungen, sind aber auch bereit, sich für andere Menschen in der Gesellschaft einzusetzen. Sie sind bereit, sich anzupassen, aber ebenso Risiken einzugehen, indem sie sich in soziale Gestaltungsprozesse aktiv einbringen. 

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