Über Email teilen Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen Auf Google+ teilen
Anastasia Reiber

Mein erstes Musikinstrument

Eine Liebe, die ein Leben lang halten kann.

Holz- und Blechblasinstrumente
Ihr Kind ist von Musik begeistert, geht vielleicht sogar in eine Singschule und möchte nun auch ein Instrument erlernen? Dann fragen Sie sich sicher, wie hochwertig bereits das erste Instrument sein sollte. Ich habe mich bei meinen Musikerkollegen umgehört und Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt, welche Instrumente für welches Kind empfehlenswert sind und wo Sie gute und günstige Musikinstrumente kaufen können.

Musikexperten raten, im Grundschulalter mit einem Musikinstrument zu beginnen. Das beliebteste Einstiegsinstrument, das auch von vielen Musikschulen empfohlen wird, ist immer noch die Blockflöte. Warum? Sie ist preiswert, robust und nicht schwer zu erlernen. Zudem kann jedes Kind, egal wie groß und stark es ist, eine Blockflöte halten und mit ihr umgehen. Das trifft leider nicht auf alle Instrumente zu.

Oft sind die Eltern beim Wunsch ihrer Kinder nicht mit dem Willen ihres Kindes konfrontiert, sondern mit seinen körperlichen Voraussetzungen: Die Hände sind noch zu klein, um das Wunschinstrument greifen zu können und das Kind hat zu wenig Kraft, um es zu halten. Aber auch dafür gibt es eine Lösung: viele Instrumentenbauer haben die Zielgruppe Kind für sich entdeckt und wenden sich mit speziell für Kinderhände angefertigte Instrumente an sie.

Welche kindgerechten Formen „großer“ Musikinstrumenten es gibt und wo man diese kaufen kann, erfahren Sie in den nächsten zwei Beiträgen. Die mini.musik-Vereinsmitglieder und Musiker, die in unseren Konzerten spielen, haben mir viele nützliche Tipps zu „ihren“ Musikinstrumenten gegeben, die ich gerne an Sie weitergebe. Auch die neue Musikzeitung (NMZ) veröffentlichte in der letzten Ausgabe einen hervorragenden Artikel von Benedikt Dreher zum Thema „kindgerechte Musikinstrumente“. Die Informationen daraus habe ich für meinen Beitrag verwendet.


Lieber Holz oder Blech?

Holzblasinstrumente – die Mechanik muss stimmen

Querflöte
Beim Kauf einer Querflöte müssen Sie auf deren technischen Zustand achten. Das bedeutet, die Mechanik sollte funktionieren, die Polster einwandfrei decken und die Flöte sollte eine gute Grundintonation besitzen. Schülerflöten sind zum Glück vergleichsweise günstig, man bekommt ein solides neues Instrument in Neusilber (versilbert) für knapp 90,00 €. Diese Investition lohnt sich auf jeden Fall. Lassen Sie sich vorher vom Lehrer Ihres Kindes beraten – das ist sehr wichtig –, denn es gibt verschiedene Modelle, die zur Auswahl stehen. Es gibt z.B. Offset, bei der die Klappe des linken Ringfingers ein bisschen aus der Reihe gesetzt ist. Ob ihrem Kind dies passt, sollten Sie ausprobieren. Bei den Instrumenten mit E-Mechanik spricht das e''' (hohes e - dritte Oktave) besser an, diese Instrumente sind aber etwas teurer.

Für kleine Anfänger gibt es verkürzte Flöten, damit Kinder mit ihren Fingern an die Klappen besser kommen können. Klanglich sind diese Instrumente für den Anfang völlig ausreichend. Wenn sich später herausstellt, dass Ihr Kind begabt ist, können Sie auf eine Vollsilberflöte umsteigen. Ihr besserer Klang motiviert noch mehr zum Musizieren und Üben.

Normale Schülerflöten und fast alle Profiflöten verlieren – im Gegensatz zu Streichinstrumenten – je länger sie gespielt werden und je älter sie sind an Wert. Es ist sinnvoll, sich nach ein paar Jahren erneut bei den aktuellen Querflöten-Angeboten umzuschauen, denn ihre Mechanik und die Polster werden ständig verbessert.

Wo kaufen Sie nun eine Querflöte? Empfehlenswert ist Thomann, Europas größtes Musikhaus. Dort finden Sie auch eine Kaufberatung zu Querflöten. Und natürlich in Münchens größtem Musikhaus Hieber Lindberg.


Klarinette und Oboe
Eine Kinderklarinette lässt sich wie eine Blockflöte greifen, nur das Mundstück entspricht dem einfachen Rohrblatt. Sie werden von vielen Herstellern angeboten, auch in B-Stimmung. Die Klarinette ist ein transponierendes Musikinstrument, das heißt, die Notation entspricht nicht ihrer wirklichen Höhe: Klarinette in B transponiert die Noten eine Sekunde nach unten, statt C erklingt B.

Die Kinderoboe besitzt auch eine ähnliche Griffweise wie die Blockflöte, ist jedoch mit dem typischen Doppelrohrblatt* versehen.
Als Hersteller für Holzblasinstrumente hat sich die Guntram Wolf Holzblassinstrumente GmbH in Kronach einen internationalen Namen gemacht und auch die Firma Oscar Adler & Co in Markneukirchen kann auf eine lange Manufaktur-Tradition bei Holzblasinstrumenten zurückblicken.


Quint- und Quartfagotte
Quint- und Quartfagotte sind für den frühinstrumentalen Unterricht sehr geeignet. Sie sind extra für Kinder entwickelt worden und lassen sich wie eine Blockflöte greifen. Das Quintfagott klingt eine Quinte höher als das „normale“ Fagott und hat zum Vorteil, dass man C-Stimmen im Violinschlüssel untransponiert (nicht versetzt) übernehmen kann. Das Quartfagott klingt, wie der Name schon sagt, eine Quart höher.
Die Guntram Wolf Holzblasinstrumente GmbH hat zusätzlich ein Oktavfagott (Fagottino) im Programm, das eine Oktave höher klingt.

Anders als Quint- und Quartfagotte entsprechen die hübschen „Fagonellos“ der Dresdner Firma Heyday‘s in Tonlage, Tonumfang, Griffweise, Blaswiderstand, Rohrverwendung und Spielgefühl dem „richtigen“ Fagott. Die Klangbeispiele auf der Homepage des Herstellers klingen tatsächlich vielversprechend. Der Fagonello soll bereits ab ca. 5 Jahren spielbar sein und ist ab 3333,00 € zu haben. Eine Investition, die gut überlegt sein will. Übrigens, das Fagott ist Instrument des Jahres 2012 geworden.


Blechinstrumente – der Ton ist Trumpf

Auch Hersteller von Blechblasinstrumenten haben das Potenzial der Zielgruppe Kind für sich entdeckt. Sie bieten wie auch die Holzblasinstrumentenbauer speziell auf Kinder zugeschnittene Instrumente an.

Die Kindertrompete von Bernd C. Mayer (Dresden) entspricht der Mensur einer „normalen“ Trompete, ist aber gerade einmal ein Drittel so groß. Die erste für Kinder ab sechs Jahren spielbare Posaune soll das Mannheimer Brassatelier entwickelt haben. Im Klang und in den Zugpositionen soll sie einer „ausgewachsenen“ Posaune entsprechen, so dass ein späterer Umstieg problemlos stattfinden kann. In München gibt es bei Hieber Lindberg eine kleine Auswahl, oder bei Münchner Blech. Münchner Blech bietet beispielsweise auch einen Mietservice an. Wer dort nichts findet, kann sich bei Thomann umschauen.

Sehr hochwertig muss eine Posaune am Anfang nicht sein. Vielmehr sollte sie leicht und bequem zu halten sein. Das ist für Kinder am Anfang viel wichtiger, da das Halten einer Posaune als recht unbequem wahrgenommen wird.

Und zum Schluss: Sogar bei der großen tiefen Tuba gibt es Instrumente für die Kleinen. Ihr Design ist auf die körperlichen Bedürfnisse von Kindern abgestimmt und sie bietet eine leichte Ansprache. Aber auch sie liegt preislich bei über 1.000,- €, z.B. von Artis Music.

Man kann auch Blechblasinstrumente mieten. Viele Musikschulen haben ein solches Mietservice, sonst bieten fast alle Händler einen Mietkauf an. Ein Beispiel ist Firma Ralf Radermacher GmbH.


*Die Rohrblätter dienen bei vielen Blasinstrumenten zur Erzeugung des Tons. Sie bilden den schwingenden Teil des Instrumentenmundstücks. Meist bestehen sie aus Pfahl- oder Schilfrohr, aber auch aus anderen Natur- oder Kunststoffen.
Die Tonerzeugung mit Hilfe eines Rohrblatts ist das Merkmal der Rohrblattinstrumente, die gemeinsam mit den Flöten (Luftblattinstrumenten) die Gattung der Holzblasinstrumente bilden.
Rohrblätter gehören zu den tonerzeugenden Zungen. Das einfache Rohrblatt (Einfachrohrblatt, „Blatt“) ist eine aufschlagende Zunge, das doppelte Rohrblatt (Doppelrohrblatt, „Rohr“) eine Gegenschlagzunge.

Weiterführende Links