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Vivian Weigert - Leiterin der Eltern-Baby-Beratung - Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein e.V. München

Müssen Babys schlafen „lernen“?

Nicht nur für Familien in München: Wie schlafen Babys am besten ein? Wie viel schlafen Babys? Wie oft wachen Babys nachts auf?

Dass Babys beim Einschlafen und im Lauf der Nacht immer wieder die Nähe ihrer Eltern spüren möchten, ist normal. Es ist ein instinktives Verhalten. Alleinsein war für ein Baby bei unseren jagend und sammelnd umherziehenden Vorfahren mit unmittelbarer Lebensgefahr verbunden.

Körperkontakt schafft Geborgenheit

Weil das im Evolutions-Kalender noch gar nicht so lange zurückliegt, fürchten sich Babys auch heute noch vor Säbelzahntigern, wenn sie keinen Körperkontakt spüren. Hat mit Verwöhnung  nichts zu tun. Ein Neugeborenes, das zu Weinen beginnt, wenn es abgelegt wird oder ein Zweijähriges, das mit großen Augen vor dem Elternbett steht und murmelt: „will bei euch schlafen“ zeigen also vollkommen normale menschliche Verhaltensweisen - die waren im Zuge der Evolution überlebenswichtig und haben sich deshalb tief eingeprägt.

Es ist normal, wenn ein Baby oder Kleinkind bei den Eltern schlafen möchte

Wieviel Schlaf braucht ein Kind? Täglich spreche ich mit Eltern, die besorgt sind, weil ihr neugeborenes Baby tagsüber weniger schläft, als sie erwartet haben. Manche Babys schlafen von Anfang an nicht mehr als 14 Stunden insgesamt, aber es liegt genauso im Normalbereich, wenn ein Neugeborenes nur vier Stunden wach ist. Deutliche Unterschiede im normalen Schlafbedarf gibt es ja auch bei größeren Kindern und Erwachsenen.

Jedes Baby schläft unterschiedlich lang

Wirklich übereinstimmend ist auf jeden Fall, dass die individuelle Schlafdauer bei allen Menschen in den ersten Lebensjahren am höchsten ist und im Alter immer mehr abnimmt. Dem Opa mit seinen 80 Jahren reichen sechs Stunden Schlaf und zwar unterbrochen.  Nur schade, dass er normalerweise nicht mehr als Babysitter zur Verfügung steht!

Wie ein Mensch schläft – ob er ein Frühaufsteher oder eine Nachteule ist und wie viel Schlaf er überhaupt benötigt um sich wohl zu fühlen – das gehört zu den ererbten Eigenheiten, die schon von Geburt an unterschiedlich sind. Kinder erben ihren individuellen Schlafbedarf genauso von den Eltern wie ihre Augenfarbe!

Die ersten Tage und Wochen: Das Baby stellt sich auf den Tag-Nacht-Wechsel ein

Nach der Geburt muss ein Baby erst einmal die Umstellung darauf verkraften, daß es  nun in Abständen satt und wieder hungrig wird. Längere Essenspausen wären zunächst eine Überforderung – ganz egal ob es Tag oder Nacht ist, deshalb machen Neugeborene da zunächst  keinen Unterschied. Sie schlafen wenn sie satt sind und wachen auf, sobald sie wieder Hunger haben. Rund um die Uhr. Doch alle Babys beginnen innerhalb der ersten Lebenswochen, sich an den Tag-Nacht-Wechsel dieser Welt anzupassen. Als Eltern bemerken Sie das daran, dass Ihr Baby tagsüber nach dem Stillen und Wickeln zunehmend länger wach bleibt. Nachts hingegen schläft es immer öfter nach dem Trinken einfach wieder ein. Die meisten Babys orientieren sich erstaunlich schnell am Tag-Nacht-Rhythmus.

Den richtigen Einschlaf-Modus für das Baby finden

Es ist absolut nicht nötig, das Baby regelmäßig wach ins Bett zu legen, damit es „lernt“, alleine einzuschlafen. Sollte Ihr Baby aber zu denen gehören, die problemlos alleine in den Schlaf finden – zumindest zu bestimmten Tageszeiten – dann spricht auch nichts dagegen, es wach in sein Bettchen zu legen und in Ruhe zu lassen. Allerdings gibt es sehr wenige Säuglinge, die alleine einschlafen können. Außerdem fallen die allerkleinsten Zwerge noch nicht aus dem Wachzustand direkt in tiefen Schlaf. Bei ihnen kommt zunächst eine Phase des unruhigen Traumschlafs, erst nach dem sechsten Lebensmonat sinken sie – genau wie wir – nach dem Einschlafen in den Tiefschlaf. Mamas und Papas können viel Kraft sparen, wenn sie warten, bis Krümelchen in Ihren Armen oder an der Brust in den Tiefschlaf gesunken ist, bevor Sie es in sein Bettchen legen.

Dazu hier ein paar Insider-Tipps:

  • Wärmen Sie den Babyschlafplatz vor. Wenn er kälter ist als Ihr Körper, wacht das Baby schon allein davon auf.
  • Legen Sie das Kleine zuerst seitlich ins Bett und schuckeln Sie es eine kleine Weile, bis es wieder zur Ruhe gekommen ist. Erst dann lösen Sie Ihre Hände gaaanz laaangsam und lassen sie noch eine Minute über dem Kindchen schweben.

Der optimale Schlafplatz für Babys

Schweben ist ein gutes Stichwort: Der beste Platz für die Tagesschläfchen eines Neugeborenen ist eine Federwiege. Da hängt ein Korb mit vier Seilen von einer Stahlfeder, so kann er schwingen und sanft Hopsen in der Auf-und-Ab-Bewegung, die auf Neugeborene so enorm beruhigend wirkt. Eine Federwiege imitiert Bewegungen, die aus der Schwangerschaft vertraut sind. Deshalb schläft in einer Federwiege sogar ein eher nervöses Babys entspannt weiter – vorausgesetzt sein Plätzchen ist vorgewärmt und man legt es erst ab, sobald sich seine Augen nicht mehr unter den geschlossenen Lidern bewegen. Denn dann ist es in den Tiefschlaf gesunken.

Wie kommen Sie mit den Schlafgewohnheiten Ihres Babys klar? Schreiben Sie uns oder besuchen Sie uns in unseren Sprechstunden!

Vivian Weigert

Leiterin der Eltern-Baby-Beratung

Beratungsstelle für Natürliche Geburt und Elternsein e.V., München