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Anastasia Reiber

Musik, von Ostern inspiriert

Beitrag von Anastasia Reiber, Gründerin und Leiterin von mini.musik e.V. - Große Musik für kleine Menschen

Ostern ist nicht nur ein Fest für die Familie, sondern für unsere Sinne. Mit den ersten Sonnenstrahlen erwacht die Natur aus dem Winterschlaf, die Blumen beginnen zu sprießen und auch die Tiere werden wieder munter. Der Frühling lässt das Leben auf der Erde erwachen, genauso wie es für die Christen die Auferstehung Jesu zeigt. Wie aber macht sich Ostern musikalisch bemerkbar? Welche Oster-Lieder gibt es eigentlich? Und wie haben sich Komponisten vom Frühling inspirieren lassen?

Ostern ist derzeit überall sichtbar: Die Natur schmückt sich, die Geschäfte bieten Osterdekorationen und Süßigkeiten an – alle stimmen sich auf das Fest ein. Besonders für kleinere Kinder ist die Osterzeit eine bunte Zeit. Sie bemalen Ostereier, basteln Nester und Ostercollagen. Dazu singen sie im Kindergarten und zuhause Lieder vom Osterhasen, dem Osterfest und dem Frühling. Singt Ihr Kind derzeit auch Lieder vom Osterhasen oder vom Erwachen der Natur? Kein Wunder, gibt es doch viele Lieder rund um das Thema Ostern, die auch Eingang in den Gottesdienst gefunden haben.


Was verbirgt sich hinter der „Ostermusik“?

Streng genommen ist Ostermusik eine geistliche Musik, die den Leidensweg Christi in der Karwoche vor Ostern besingt. Die bekanntesten Werke sind die Johannes- und Matthäuspassionen von J.S. Bach. Mit den fröhlichen Liedern, die das Tun des Osterhasen beschreiben oder das Ostereiersuchen, haben die großen Werke nichts zu tun.

Aber da Ostern auch ein Fest der Familie ist, sind derzeit Kinder-Lieder rund um den Osterhasen, das Osterei oder einfach über den Frühling in den Familien aber auch in den Kirchen sehr beliebt. Diese sind mit unserem Brauchtum rund um Hase und Osterei verbunden, haben aber keinen christlichen Ursprung. Doch für die Kinder sind diese Lieder genau das Richtige, um ihnen das Osterfest näher zu bringen. Die Eltern können das gesteigerte Oster-Interesse ihrer Kinder nutzen, sie spielerisch an den christlichen Gedanken heranzuführen.
Eine kleine Auswahl der häufig gesungenen Lieder habe ich Ihnen zusammengestellt. Wer hierzu die Liedertexte finden möchte, gibt einfach das Stichwort „Osterlieder“ in die Suchmaschine ein.

  • Das Lied vom Einzug in Jerusalem
  • Das Lied vom kleinen Hasen
  • Das Lied vor dem Osterfeuer
  • Erschienen ist der herrliche Tag
  • Lied der Emmausjünger
  • Hoppelhäschen, Hasenohr
  • Der Osterhase
  • Ostern ist da
  • Osterlied für Kinder
  • Osterlied für Kinder beim gemeinsamen Mahl

Moderne Interpretationen rund um das Osterfest finden sich vor allem beim Liedermacher Rolf Zuchowski. Eine Ostergeschichte mit Liedern zum Nachsingen ist beispielsweise „Rolfs Hasengeschichte“. Die Geschichte beginnt damit, dass das kleine Häschen krank ist, sich aber kein Hase um ihn kümmern kann, weil alle mit Ostervorbereitungen beschäftigt sind. Gerade noch rechtzeitig zu Ostern wird es wieder gesund. Für kleine Pianisten gibt es speziell zu dieser Geschichte ein Klavieralbum.


Vom Frühling inspiriert – klassische Werke großer Komponisten

Ostern ist auch ein Frühlingsfest, das das Erwachen der Natur aus der Winterruhe symbolisiert. Gerade in der Musik gibt es unzählige Beispiele, die uns an den Frühlingsgefühlen der Komponisten teilhaben lassen. Einige, die ich Ihnen ans Herz legen möchte, kennen Sie sicher. Lassen Sie auch ihre Kinder an den frühlingshaften Stimmungen der Komponisten teilhaben.

Aus der Feder von Wolfgang Amadeus Mozart etwa stammt eines der beliebtesten Frühlingslieder: „Komm, lieber Mai“.  Die Melodie stammt aus dem 3. Satz seines Klavierkonzertes B-Dur, KV 595.

Das wunderschöne Thema aus der „Frühlingssonate“ (op. 24) von Ludwig van Beethoven für Geige und Klavier geht schon beim ersten Hören ins Ohr. Die Musik ist voller Freude und ihre erfrischende, hoffungsvolle Stimmung passt bestens zu ihrem Beinamen. Auch Beethovens berühmte 6. Sinfonie, die „Pastorale“ gehört nicht nur wegen ihrer Naturschilderungen wie der „Szene am Bach“ oder dem großen Gewitter zu den beliebtesten Werken des Komponisten, sondern fasziniert auch durch wunderschöne Musik.

Ganz sanft sind die Töne der „Morgenstimmung“ aus der  Peer-Gynt-Suite Nr. 1 von Edward Grieg.  Hier hört man im wahrsten Sinne des Wortes das Erwachen der Natur.

Über den zweiten Satz seines Klavierkonzertes Nr. 1 schrieb Chopin an einen Jugendfreund: „Es ist eine Art Romanze, ruhig und melancholisch... wie eine Träumerei in einer schönen, mondbeglänzten Frühlingsnacht“.

In der schönen Pastorale „On hearing the first cuckoo in spring“ lässt der englische Komponist Frederick Delius die ersten Kuckucksrufe im Frühling lebendig werden und verarbeitet außerdem ein norwegisches Volkslied um damit seinem Freund und Mentor Edvard Grieg eine Ehre zu erweisen.

Beschwingt und fröhlich sind die Klänge des „Frühlingsstimmen“, einem Walzer von Johann Strauss (Sohn). Auch Dmitrij Schostakowitsch hat drei Frühlings-Walzer komponiert.

Und zum Schluss möchte ich das nahezu bekannteste Werk der Programmmusik nennen: das Violinkonzert E-Dur „La Primavera“  (aus „Vier Jahreszeiten“) von Antonio Vivaldi.  Ein Konzert, das die erste Jahreszeit porträtiert. Dem Werk ist ein, vermutlich von Vivaldi selbst geschriebenes, Sonett vorangestellt. Sollten Sie die Vierjahreszeiten-CD besitzen, versuchen Sie doch einfach mit Ihren Kindern die Klänge herauszuhören und den Texten des Sonetts entsprechend zu ordnen:

„Der Frühling ist gekommen und festlich begrüßen ihn die Vögel mit frohem Gesang. Und die Quellen zum Säuseln der Zephiretten fließen schon mit süßem Gemurmel. Während sich der Himmel mit schwarzem Mantel bedeckt, kommen einzelne Blitze und Donner, den Frühling anzukündigen. Doch als sie schweigen, beginnen die Vögel von Neuem ihr tonreiches Lied.“ (1. Satz)

„Und dort, auf schöner, blühender Wiese beim lieblichen Säuseln von Blättern und Gräsern schläft der Hirt, den treuen Hund zur Seite.“ (2. Satz)

„Zum festlichen Ton des Dudelsacks tanzen Nymphen und Schäfer in der geleibten Wohnung des Frühlings zu seinem prachtvollen Erscheinen.“ (3. Satz)

Konnte ich Sie auch musikalisch auf das Osterfest einstimmen? Und auf den Frühling? Ich höre mir sehr gerne die Musik der großer Meister an, die zur aktuellen Jahreszeit passen. Probieren Sie es doch aus. So kommt man nicht nur in Frühlingsstimmung, sondern bekommt auch gleich ein besseres Gespür für klassische Werke.

Ihre Anastasia Reiber, Gründerin und Leiterin von mini.musik - Große Musik für kleine Menschen e.V.

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