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Trendsport Jugger in München

Trendsport Jugger in München

Ritterrugby mit Schwert und Kette!

Powerspiel für Jugendliche in der Freizeitstätte Hirschgarten.

"Drei-zwei-eins-Jugger!": zwei Teams sprinten vorwärts. Kettenschwingende Krieger, Lanzenträger und Schwertkämpfer stürmen aufeinander los. Eine wildes Gehaue und Geprügel geht los. Schnell sinken die ersten auf die Knie. Zwei Spieler ringen um einen Ball. Bei Jugger greifen Jugendliche zu Schlägern verschiedener Größen, den    sogenannten Pompfen und versuchen den „Jug“ für Ihr Team zu erkämpfen.

Parallel dazu schlägt ein Spieler die Trommel und treibt das Spiel voran. Was auf den ersten Blick wie eine mittelalterliche Schlacht aussieht, ist nur ein Spiel. Verletzt wird niemand. Und die wilden Krieger sind allesamt Kinder und Jugendliche in der Freizeitstätte Hirschgarten in der Arnulfstrasse 251. Jeden Dienstag Nachmittag (bei trockenem Wetter) greifen die Spieler zu ihren mit Schaumstoff gepolsterten Stangen und Ketten. Dann spielen sie Jugger, den zur Zeit wohl verrücktesten Sport in München.

Vorbild ist ein australischer Kinofilm, eine wilde Endzeit- und Apokalypse-Phantasie, aus den späten achtziger Jahren mit dem Titel "Die Jugger - Kampf der Besten". Hier gingen Krieger mit schweren Waffen aufeinander los. Schnell fand der Film auch Anhänger in Deutschland. Studenten kamen 1993 auf die Idee, das Spiel aus dem Film nachzuahmen. Statt Eisenstangen verwendeten sie mit Schaumstoff umwickelte Plastikrohre. Ein klares Regelwerk vervollständigte das Ganze. Seit 2003 gibt es sogar eine deutschlandweite Liga.

Bei Jugger, so martialisch es auch aussieht, geht es vor allem um Schnelligkeit, Taktik und Teamgeist. Fairness ist oberstes Gebot. Alle achten auf die Einhaltung der Regeln. Das Verletzungsrisiko ist auch nicht größer als bei Fußball, Handball oder Hockey.

Ziel ist es, den Spielball in das eigene Mal auf der gegenüberliegende Seite zu bringen. Das erledigt der Läufer, der nicht „bewaffnet“ ist. Dieser wird seinerseits von den Stab- und Kettenträgern des Gegners gejagt. Wird er oder ein Gegner mit einer Pompfe getroffen, darf er erst weiterspielen, wenn fünf Trommelschläge - die Zeiteinheit des Spiels - um sind.

Man muss seinen Gegner lediglich berühren; es geht nicht darum, den Gegner umzuhauen! Insgesamt 120 Sekunden dauert eine Halbzeit - oder 80 Trommelschläge, die im 1,5-Sekunden-Takt über den Platz tönen. Jugger ist nichts für Einzelgänger. Alle Spieler müssen miteinander reden, sonst verlieren sie den Überblick. Dabei powert das Spiel nebenbei auch ganz schön aus. Ideal für Jugendliche die mal ein bisserl Dampf ablassen wollen.

Mit dem Angebot der Freizeitstätte hat dieses Spiel nun auch München erreicht. Neben dem regelmäßigen Juggern am Dienstag ab 17 Uhr ist ein Juggertag an einem Samstag im Juni geplant. Einer der deutschen amtierenden Meister aus Berlin hat sich schon angesagt und wird seine Tricks und Taktiken verraten.

Kinder ab 12 Jahren, Jugendliche und Erwachsen sind herzlich eingeladen vorbeizuschauen und mitzujuggern. Kosten entstehen keine. Pompfensets sind vorhanden. Das Spiel ist so angelegt, daß jeder schnell den Einstig findet und mitmachen kann. Bequeme Kleidung ist von Vorteil. Ausdrücklich sei gesagt daß Jugger auch für Mädchen und Frauen offen ist. Es ist üblich in gemischten Teams zu spielen.

Mehr Infos unter: Tel 17809881 oder bei



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